In den sozialen Netzwerken kursieren derzeit Gerüchte über eine mögliche Schließung des durch „No Man’s Sky“ bekannt gewordenen britischen Entwicklerstudios Hello Games.  Die Verantwortlichen hüllen sich die in Schweigen, Fotos im Netz zeigen angeblich verlassene Büros. Klare Indizien für eine drohende oder gar bereits vollzogene Schließung des Entwicklers gibt es allerdings nicht. 

Seitdem ein Foto aufgetaucht ist, welches angeblich das verlassene Hello Games-Büro zeigen soll, gibt es für viele im Netz kein Halten mehr: Die Entwickler sind pleite und haben das Studio geschlossen, so heißt es. Die meisten führen das darauf zurück, dass das Studio mit seinem ersten großen Spiel „No Man’s Sky“ grandios gescheitert ist und massive Kritik erntete. Ob das Foto authentisch ist und ob es überhaupt als Beweis für eine angebliche Schließung taugt, ist fraglich.

Bedenklicher ist da das Schweigen der Mitarbeiter der Firma. Seit fast zwei Monaten ist der Twitter-Account von Chef-Programmierer Sean Murray inaktiv. Auch Hello Games selbst twittert bereits seit Wochen nicht mehr. Die restlichen Social-Media-Kanäle ruhen ebenfalls seit längerem. Zuletzt machte eine Stellungnahme am 2. September die Runde, in denen die Entwickler sich für das Feedback aus der Community bedanken, erklärten, dass seit Veröffentlichung des Spieles an Patches und Bugfixes arbeiten, allerdings auch andeuteten, dass es „wichtiger [sei] was man macht, anstatt das, was man sagt“. Möglicherweise steckt in dieser Äußerung eine Erklärung für das rezente Schweigen der Entwickler. Vermutlich entwickelt man derzeit sowohl einen neue Kommunikationsstrategie, als auch einen neuen Plan für die Zukunft des Projektes. Gegen eine Schließung spricht auch, dass noch vor kurzem neue Patches veröffentlicht wurden.

„No Man’s Sky“ hatte es von Anfang an schwer. Es war eines der am sehnsüchtigsten erwarteten Spiele des Jahres und natürlich birgt dieser Umstand die Gefahr, dass man die hohen Erwartungen der Spieler nicht erfüllen kann, vor allem, weil dem Entwicklerstudio sowohl das Geld und die Zeit als auch das Personal und das Know-How fehlte, um jenen Triple-A-Titel zu produzieren, nach dem sich die Spieler sehnten. Zwar fand sich auch in der endgültigen Spielfassung das Element der prozedural generierten Spielwelt wieder, man konnte mit seinem Raumschiff auch nach Belieben in die Galaxis aufbrechen und ferne Planeten besuchen. An die farbenfrohen Szenen aus den Trailern kam das Spiel allerdings nicht heran. Von den wunderhübschen Dinosauriern und Reptilien, blieben am Ende nur noch fantasielose Wüsten und Steppen, bevölkert von entstellten Tieren übrig. Ein Zugeständnis an das schon aus Minecraft bekannte Programmierprinzip, bei dem die Entwickler nur Merkmale einer Landschaft vorgeben und ein Weltengenerator die Spielwelt zusammensetzt. Leider entstanden dadurch nicht die fantasievollen Traumwelten, die man sich vorstellte.

Während das Spiel als Exploration Game für einige Stunden durchaus interessant ist, taugt es nicht zum längeren Eintauchen. Nach spätestens 10 Stunden hat man alle Planetenarten, wie den Wüstenplanet, den Eisplanet oder den Savannen-Planet  gesehen, hat die wenigen Rohstoffe, die man auf diesen finden kann gesammelt und das Raumschiff auf Vordermann gebracht. Wer ausgeprägte Rollenspiel- oder Sandbox-Elemente erwartet wird enttäuscht. Sein Raumschiff kann man nur sehr rudimentär ausrüsten, man kann keine eigenen Basen oder Siedlungen auf anderen Planeten bauen oder neue Gegenstände craften. Manchmal findet man auf Planeten verlassene oder nicht-verlassene Basen in denen man mit den Bewohnern , ebenfalls nur sehr rudimentär, handeln kann. An anderen Stellen findet man abgestürzte Raumschiffe mit einigen der wenigen Gegenstände, die man innerhalb des Spieles finden kann oder man findet Steine an denen man die Sprache der Einwohner des betreffenden Planeten „lernen“ kann, doch auch dies ist größtenteils sinnlos. Der Spielspaß hielt sich demnach für viele Spieler in Grenzen.

Die Kritik an „No Man’s Sky“ ist größtenteils gerechtfertigt. Vieles ist allerdings auch den den hohen Erwartungen der Spieler gescheitert, die von einem Indie-Entwickler ein Spiel erwarteten, welches diese, selbst mit den hohen Ambitionen ihrerseits, nicht liefern konnten. Wie es mit dem Spiel weiter geht steht, sprichwörtlich, noch in den Sternen. Große Neuerungen wird es wohl nicht mehr geben und Hello Games wird es sich vermutlich zwei Mal überlegen, ob sie in Zukunft wieder ein solch ambitioniertes Projekt starten.