Google AdSense vs. Taz – Runde 2

Erst vor wenigen Tagen haben wir über einen Konflikt der Tageszeitung Taz und Google AdSense berichtet. Google AdSense bemengelte die Verletzung ihrer “Contentrichtlinien” und verlangte die Abänderung eines Artikels oder die Entfernung von Google AdSense auf der entsprechenden Seite. Inzwischen hatte die Google Pressestelle den Vorgang vermeintlich aufgeklärt. Doch nun gab es erneut eine Email von Google AdSense.

Wie die Taz nun auf ihrem Blog bekannt gab, erhielt die Taz noch am selben Tag an dem die Google Pressestelle mit einer Entwarnung antwortete, eine zweite Email. In dieser hieß es nun:

„The site taz.de received a warning for: Linking to a site that allows users to download MP3 versions of youtube videos. This is against our policies.“

Somit bestätigte sich die Annahme, dass die Ursache der ersten Email in dem Link zu youtube-mp3.org begründet war. Doch sind in den AdSense Programmrichtlinien nur “illegale” Inhalte verboten, youtube-mp3.org jedoch ist laut eines aktuellen Gerichtsurteils nicht illegal. Doch es geht noch weiter.

In der Email vom 11. April wurden desweiteren zwei weitere Texte der Taz genannt, welche angeblich gegeben die AdSense Programmrichtlinien verstoßen: Eine Romanbesprechung und einen Bericht über den Raub der Leiche eines Drogenbosses. Bei beiden Artikeln liegt die Problematik laut AdSense in der Bebilderung: Bei der Romanbesprechung ist ein Bild aus einem “skandalumwitterte” Kunstwerk, bei dem nackte Frauen stundenlang in Ausstellungshallen stehen, zu sehen, bei dem anderem Artikel ist  der Oberkörper der Leiche zu sehen. Beide Bilder gehören zu den Artikeln, doch für Google sind diese Bilder “Nudity Content” und “Sensitive content” und dürfen sich daher nicht auf einer durch Google AdSense Werbung finanzierten Unterseite befinden.

Unser Kommentar hierzu:

Google wird nun für Klarheit schaffen müssen und die Widersprüchlichkeit der beiden Aussagen beseitigen. Wenn solche Artikel jedoch auch in Zukunft gegen die AdSense Programmrichtlinien verstoßen, ist die Pressefreiheit, aber eben auch die Kunstfreiheit, gefährdet. Denn dann nimmt Google gravierenden Einfluss auf die deutschen Medien und macht es diesen schwerer, ihre journalistische Arbeit zu verrichten.

Keanu Dölle

Ich bin seit einigen Jahren im Journalismus aktiv und befasse mich privat mit Elektronik, Informatik und Computerspielen. Ich besitze viel technisches How-To und teile mein Wissen gerne mit unseren Lesern.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.