Anlässlich der Gamescom gewährt Capcom neue Einblicke in den siebten Teil seines Zombie-Titels „Resident Evil“, der am 24. Januar des kommenden Jahres für Xbox One, PS4 und PC erscheinen soll. Auf der Messe konnten am Mittwoch bereits Fachbesucher und Pressevertreter das Horror-Game in einer neuen Demo testen, wohingegen die Öffentlichkeit vorerst mit einem dreiminütigen Gameplay-Trailer vorliebnehmen muss. Fest steht: Capcom distanziert sich vom Action-Shooter-Genre, das charakteristisch für die letzten Teile der „Resident Evil“-Reihe war und legt den Schwerpunkt wieder auf Survival-Horror und Rätsellösen.

„Resident Evil 7“ wurde bereits im Juni auf der E3 in Los Angeles enthüllt. Gleichzeitig wurde mit „Beginning Hour“ eine erste Demo veröffentlicht, wobei die Frage im Raum stand, in welchem Umfang sich die Demo an dem im Januar erscheinenden Titel orientiert. Zwar wurde von offizieller Seite bereits bestätigt, dass das fertige Spiel hinsichtlich der Story relativ wenig mit der „Beginning Hour“ zu tun haben wird, durch den neuen Trailer wird aber klar: Atmosphäre und Gameplay werden wohl ähnlich sein, wie in der Demo. Im Klartext bedeutet dies, dass sich „Resident Evil 7“ von der Third-Person-Perspektive verabschiedet und in die Ego-Perspektive wechselt. Zudem handelt es sich beim neuen Teil offenbar nicht um einen Action-Titel, sondern um einen klassischen Survival-Horror-Titel in der Tradition von „Alone in the Dark“ oder „Amnesia“.  Rohe Waffengewalt, so scheint es, scheint in „Resident Evil 7“ nur selten zum Einsatz zu kommen: Vielmehr scheint das Spiel auf „hide and seek“ zu setzen, denn statt Zombies mit Pistole oder Gewehr den Kopf wegzupusten, ermutigt das Spiel einen dazu sich zu verstecken und so den Gegnern zu entkommen. Die Entwickler reagieren damit offensichtlich auf einen Trend im Horror-Bereich, der sich in den letzten Jahren, vor allem durch Spiele wie „Outlast“ bemerkbar gemacht hat. Geballer ist out! Viel bedrohlicher ist es, wenn man unbewaffnet und so den Gefahren nahzu schutzlos ausgeliefert ist, ein Szenario, das bei der Mehrheit der Horror-Fans sehr gut ankam.

Der neuen, auf der Gamescom vergeführten Demo ist zu entnehmen, dass „Resident Evil 7“ auch vermehrt wieder auf Rätsel setzt, wobei diese allerdings deutlich vom irrsinnigen „Item-suchen-und-in-die-Aussparung-einsetzen“-Prinzip der ersten „Resident Evil“-Teile abweichen. Die Rätsel sollen nun besser in die Geschichte und die Atmosphäre des Spieles eingearbeitet sein. Dennoch sollte dieser Ansatz Fans von Resident Evil 1 bis 3 erfreuen. Zwar wird es wohl nach wie vor kein klassisches Herrenhaus geben, die Farm in Louisiana, in die „Resident Evil 7“ den Spieler in der Demo und dem Gameplay-Trailer entführt, ist diesem allerdings mindestens ebenbürtig.

Hinsichtlich der Story scheint zumindest die Baker-Familie, die der aufmerksame Spieler bereits aus der „Beginning Hour“ kennt, in der finalen Version des Spieles ein Comeback zu feiern. Auf deren Landgut wird der Spieler in der neuen Demo festgehalten und versucht zu flüchten, wobei das Ehepaar Jack und Marguerite Baker einem ständig auf den Fersen sind. Ob Mia, die Protagonisten der neuen Demo, Einzug in das fertige Spiel halten wird, ist noch unklar. Ebenfalls unklar ist, ob die Geschichte von „Resident Evil 7“ anhand der schon aus „Beginning Hour“ bekannten VHS-Kassetten erzählt wird, welche vorherige Ereignisse in Form von Flashbacks visualisieren. Die Gebrauch dieser Technik in beiden Demos suggeriert dies allerdings.

Sollten beide Demos repräsentativ für die finale Version des Spieles sein, so ist zu erwarten, dass Capcom mit „Resident Evil 7“ wieder „back to the roots“ geht, allerdings nicht ohne für Innovation zu sorgen. Während die vorherigen Teile der Reihe sehr Action-lastig waren, scheint das neue Game ein bisschen auf die Bremse zu drücken. Statt Bombast-Action erwartet den Spieler hier vermutlich eher ein Survival-Horror-Spiel, das sich an Genre-Klassikern wie „Alone in the Dark“ orientiert, allerdings auch Elemente rezenterer Titel wie „Outlast“ in das „Resident Evil“-Franchise zu integrieren versucht. Wie die Community das Spiel aufnehmen wird, ist noch völlig ungewiss, vor allem „Resi-Veteranen“ sollten allerdings auf ihre Kosten kommen.