Twitch erwägt Uploadfilter und Geoblocking

Twitch hat erste Konsequenzen aus der kürzlich von der EU verabschiedeten Urheberrechtsreform gezogen. Wie der CEO der zu Amazon gehörenden Plattform, Emmett Shear, dem Wirtschaftsmagazin Fortune mitteilte, müsse Twitch in Zukunft wohl alle Streams automatisch in Echtzeit überprüfen lassen und diese bei Urheberrechtsverstößen umgehend sperren. Außerdem müsse Twitch dafür sorgen, dass in der EU illegale Inhalte nicht von europäischen Nutzern gesehen werden können. Daher wird ebenfalls erwägt, mittels Geoblocking europäische Nutzer an der Wiedergabe von US-amerikanischen Streams zu hindern.

Hierbei handelt es sich wohlgemerkt nur um Erwägungen. Shear gestand gegenüber Fortune, dass er nicht wisse, was Twitch tun müsse, um konform zu den Bestimmungen der EU-Urheberrechtsreform zu handeln. Die erwähnten Maßnahmen seien wohl eine Möglichkeit. Tatsächlich wehrte sich Twitch vehement gegen die Artikel 11 und 13 der EU-Urheberrechtsreform. “At risk are your livelihood and your ability to share your talent and experiences with the world”, schrieb Twitch in einer E-Mail an seine Nutzer und forderte diese auf, gegen die Reform zu lobbyieren. Trotz massiver Proteste, stimmte das EU-Parlament letzte Woche mit großer Mehrheit für das Gesetz.

Shear weist im Interview darauf hin, dass zahlreiche Twitch-Nutzer ihren Lebensunterhalt mit Streams verdienten. Gleichwohl seien aber auch Spieleentwickler aus Marketing-Gründen auf Streamer angewiesen.

Jeff Croisé

Redakteur

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